Der weise Fischer
- Ursula Heldstab
- 7. Juli 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Juli 2025

Liebe Leserin, lieber Leser
Die Ferien sind da. Plötzlich fühlt sich vieles langsamer an. Die Tage wirken leichter, der Druck der Arbeitswelt lässt nach, und die Gedanken beginnen, sich zu weiten. Vielleicht spürst du gerade in dieser besonderen Zeit den Impuls, innezuhalten und dich zu fragen:
Was treibt mich wirklich an? Wofür ist all das gut?
Dazu habe ich eine kleine Geschichte gefunden, die auf leise, aber eindrückliche Weise zum Nachdenken anregt:
Der weise Fischer
In einem kleinen Hafen an der Küste liegt ein Fischer in seinem Boot und döst. Die Sonne scheint, das Meer glitzert. Ein Tourist kommt vorbei, zückt seine Kamera und will gerade ein Foto machen, als sich der Fischer bewegt.
„Sie brauchen sich meinetwegen nicht zu bewegen“, sagt der Tourist, „ich wollte nur ein schönes Bild machen.“
Der Fischer setzt sich auf und sagt freundlich: „Wozu?“
Der Tourist ist überrascht, kommt aber ins Gespräch. Er erfährt, dass der Fischer heute bereits draussen war und genug gefangen hat.
„Dann könnten Sie doch noch ein zweites Mal hinausfahren!“ sagt der Tourist. „Sie könnten doppelt so viele Fische fangen, mehr Geld verdienen, irgendwann ein grösseres Boot kaufen, Mitarbeiter einstellen, eine Fischfabrik aufbauen... Und wenn Sie dann reich sind, könnten Sie sich zur Ruhe setzen und das Leben geniessen!“
Der Fischer schaut ihn ruhig an. „Aber das tue ich doch jetzt.“
Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral (Heinrich Böll, 1963)

Zwischen Fischer und Tourist
Eine kurze, doch tiefgreifende Geschichte. Was fühlst oder denkst du gerade? Bist du eher der Fischer, der ruhig und gegenwärtig ist und den Blick auf das Wesentliche hat? Oder bist du der Tourist, rastlos, zielstrebig und mit dem Wunsch nach „mehr”? Vielleicht trägst du auch beide in dir. Und vielleicht fordert die heutige Zeit sogar genau das: Eine Balance zwischen Aktivität und Achtsamkeit. Zwischen Wachsen und Geniessen.
Zwischen Tun und Sein. Denn wenn wir ehrlich sind, verlangt das Leben heute oft viel von uns. Schneller. Höher. Mehr. Auch in der Arbeitswelt ist Leistung kein Extra mehr, sondern ein Dauerzustand.
Doch wie gesund ist das? Was macht es mit uns, wenn wir ständig im Modus des Funktionierens sind? Was bleibt auf der Strecke, wenn wir immer nur „durchhalten”? Ich kenne viele Menschen, die irgendwann an ihre Grenzen gestossen sind. Die durch Erschöpfung zum Innehalten gezwungen wurden. Und die sich – oft erst danach – die Frage gestellt haben:
Wofür das alles eigentlich?
Vielleicht ist genau jetzt, in der Stille der Ferienzeit, ein guter Moment, um sich diese Frage zu stellen, bevor das Leben es für uns tut. Gönne dir heute einen ruhigen Moment. Einen Moment ganz für dich – ohne Erwartungen, ohne Ziel. Stelle dir dabei folgende Fragen:
💎Was ist mein eigener Wunsch – und was sind Erwartungen, denen ich hinterherlaufe?
💎Was motiviert mich gerade aus innerem Antrieb – und was geschieht eher aus einem Gefühl von „Ich muss“?
💎Welche Teile in mir sehnen sich nach mehr Ruhe, mehr Freude, mehr Sinn?
💎Wie viel Raum könnte entstehen, wenn ich aufhöre, mich zu überfordern – und beginne, mir selbst zu genügen?
Du musst nicht gleich eine Antwort finden. Manchmal ist es schon heilsam, die Frage zuzulassen und mit einem offenen Herzen hinzuspüren.
Eine kleine Übung für dich |
Mini-Selbstcoaching: Ein stiller Dialog mit dir selbst – Zeitaufwand: 10–15 Minuten
Ort: Am besten draussen oder an einem Ort, an dem du dich wohlfühlst – mit einer Tasse Tee oder was dir gerade gut tut, einem leeren Blatt Papier und etwas Ruhe.
Schritt 1: Ankommen
Setze dich bequem hin. Atme ein paar Mal tief durch. Spüre, wie du ruhiger wirst. Du musst nichts leisten. Du darfst einfach nur da sein.
Schritt 2: Drei Fragen an dich
Nimm nun einen Stift zur Hand und schreibe – ohne viel nachzudenken – frei auf, was dir in den Sinn kommt:
🌸 Was tut mir gerade gut – und wie kann ich mir davon mehr erlauben?
🌸 Wo laufe ich gerade etwas hinterher, das mir vielleicht gar nicht mehr entspricht?
🌸 Was wäre mein Mass von „genug“ – heute, in meinem Leben, in meinem Tempo?
Lass die Antworten einfach fliessen – ganz ohne Bewertung.
Schritt 3: Ein kleiner Impuls für den Alltag
Schau zum Schluss auf das, was du notiert hast. Gibt es etwas, das du ganz konkret mitnehmen möchtest? Etwas Kleines, das du in den nächsten Tagen anders machen könntest? Vielleicht ist es:
• ein freier Nachmittag ohne Termine
• ein bewusstes Nein zu etwas, das dich belastet
• ein Ja zu mehr Leichtigkeit oder Pausen
Schreib dir diesen Impuls als kleine Erinnerung auf einen Zettel – oder in dein Handy. Etwas, das dich sanft daran erinnert, dich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.
Denn dein Leben soll nicht erst später beginnen, sondern jetzt.
Wenn du möchtest, begleite ich dich gerne auf diesem Weg. In meinen Coachings schauen wir gemeinsam, wie du Schritt für Schritt mehr von dem in dein Leben holst, was dich wirklich nährt und dir im Alltag oft verloren geht. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um dir selbst ein Gespräch mit mir zu schenken.
Ein Raum, in dem du gehört wirst. Ein Raum, in dem du herausfinden darfst, was für dich zählt, und wie du es in deinen Alltag integrieren kannst.
👉 Vereinbare noch heute ein kostenloses Erstgespräch:
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Ich freue mich auf dich!




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