Pure Freiheit

Liebe Leserin, lieber Leser
Das Jahr vergeht wie im Flug und bereits hat der Herbst begonnen. Doch bleiben wir lebendig, neugierig und voller Freude. Denn heute nehme ich dich mit auf einen ganz besonderen Ausflug.
Was daraus wurde? Lass dich überraschen und begleite mich in meiner nächsten Geschichte.
Pure Freiheit Es war wieder einmal so weit: Ich hatte einen runden Geburtstag.
Und wie ich aus der Vergangenheit wusste, ist so ein Ereignis immer etwas ganz Besonderes. Meine Familie liebt es nämlich, mich zu überraschen. Eigentlich wunderbar. Denn auch ich liebe es, andere zu überraschen. Doch Überraschungen von meiner Familie? Da bin ich inzwischen etwas vorsichtig geworden.
Sie kennt mich einfach zu gut. Sie weiss genau, womit sie mir eine Freude machen kann, und sie weiss mindestens genauso gut, wovor ich mich fürchte. Und offenbar macht es ziemlich viel Spass, mich mit kleinen Andeutungen in Richtung Bungee-Jumping oder ähnlichen Abenteuern ein wenig zappeln zu lassen.
Auch diesmal wurde nichts verraten. Ich wusste nur: Am frühen Morgen musste ich bereit sein. Mehr war nicht zu erfahren. Also wartete ich gespannt darauf, was wohl kommen würde.
Und dann hörte ich ihn.
Einen Töff.
Da fiel der Groschen. Mein Sohn wollte mit mir eine Tour machen.
Eigentlich hätte ich mich darüber freuen müssen. Als junge Frau hatte ich es geliebt, hinten auf einem Töff zu sitzen. Immer wieder hatte ich mir gewünscht, dieses Gefühl noch einmal zu erleben. Und jetzt? Jetzt war ich plötzlich unsicher. Wollte ich das wirklich?
Alles, was ich für die Fahrt brauchte, war organisiert. Jetzt musste nur noch alles passen, vor allem der Helm. Die Kleidung passte. Und der Helm? Viel zu eng! Zumindest war das mein erster Gedanke. Doch mein Sohn versicherte mir, dass er genau so sitzen müsse.
Na wunderbar.
Mein letztes kleines Hintertürchen hatte sich damit geschlossen. Also gut. Dann konnte es losgehen.
Etwas aufgeregt und doch mit einem gewissen Stolz nahm ich hinter meinem Sohn auf dem Töff Platz. Die ersten Kurven waren noch etwas zaghaft. Mein Körper war angespannt und ich musste mich erst wieder an die Geschwindigkeit und die Bewegungen gewöhnen.
Und dann war er da, dieser Gedanke: Was, wenn etwas passiert?
Doch ebenso schnell wurde mir bewusst: Ich konnte es ohnehin nicht beeinflussen. Ich sass hinten. Ich konnte weder lenken noch bremsen. Ich hatte also keine andere Wahl. Ich musste mich hingeben oder die ganze Zeit verkrampft hinten sitzen, bis ich am Ende all meine Muskeln nicht mehr spürte.
Ich wählte Vertrauen.
Ich liess los und alles veränderte sich.
Mein Körper ging einfach mit. Mit den Kurven. Mit der Bewegung. Mit dem Töff. Die Anspannung war weg. Mir wurde bewusst: Ich musste nichts lenken, nichts entscheiden, nichts kontrollieren. Ich durfte einfach mitfahren.
Und auf einmal nahm ich alles um mich herum wahr. Den Fahrtwind. Die Landschaft. Die herrliche Aussicht. Die Strasse, die vor uns lag. Ich genoss jede Kurve. Es war einfach herrlich.
Ich sass hinter meinem Sohn, vertraute ihm vollkommen und liess mich durch die Landschaft tragen. Und da war plötzlich dieses unglaubliche Gefühl. Der Wind, die Weite, die Bewegung, und ich mittendrin.
Pure Freiheit.
Genau so soll sie sich für mich anfühlen.
Und während ich hinter meinem Sohn durch diese wunderschöne Landschaft fuhr, breitete sich neben all der Freude noch etwas anderes in mir aus. Eine grenzenlose Dankbarkeit. Für dieses Gefühl der Freiheit. Für diesen Tag und meinen Mut. Für meinen Sohn, der mir all das ermöglichte.
Für diesen Moment.

Reflexion
Wie oft versuchen wir im Leben, alles im Griff zu behalten? Wir planen, organisieren und kontrollieren, denken voraus und möchten am liebsten wissen, was als Nächstes kommt. Das gibt uns Sicherheit. Und manchmal ist genau das auch wichtig.
Doch es gibt Situationen, in denen wir merken, dass wir nicht alles beeinflussen können. Dann haben wir die Wahl: Halten wir weiter fest oder wagen wir es, ein Stück loszulassen und zu vertrauen?
Für mich war diese Töfffahrt genau so ein Moment. Ich konnte nicht lenken und nicht bestimmen, was hinter der nächsten Kurve auf mich wartete. Aber ich konnte entscheiden, wie ich diesen Moment erleben wollte. In dem Augenblick, in dem ich aufhörte, gegen meine Unsicherheit anzukämpfen, entstand Raum für etwas Neues. Für Vertrauen. Für Freude. Und schliesslich für dieses wunderbare Gefühl von Freiheit.
Doch was hat eine Töfffahrt mit unserem ganz normalen Leben zu tun? Mehr, als wir im ersten Moment denken.
Manchmal braucht es genau solche Erlebnisse, damit wir etwas nicht nur verstehen, sondern wirklich erfahren. Ich weiss heute, wie es sich für mich anfühlt, loszulassen, zu vertrauen und für einen Moment nicht alles selbst steuern zu müssen. Und genau dieses Gefühl kann ich mit in meinen Alltag nehmen.
Ich kann mich fragen: Wo halte ich gerade fest, obwohl ich es vielleicht gar nicht müsste? Wo versuche ich etwas zu kontrollieren, das ich ohnehin nicht beeinflussen kann? Und wo könnte ich ein wenig mehr vertrauen?
Vielleicht bedeutet Loslassen manchmal gar nicht, etwas zu verlieren. Vielleicht bedeutet es, wieder eine Hand frei zu haben.
Und genau dort kann etwas Neues beginnen: Wir übertragen eine Erfahrung auf unser Leben und entdecken, dass wir auch dort anders wählen können.
Wo in deinem Leben könntest du heute ein kleines Stück loslassen – und dadurch ein kleines Stück mehr Freiheit gewinnen?
Deine Einladung
Auch in deinem Leben gibt es Erfahrungen, in denen mehr stecken kann, als dir bisher bewusst ist. Erlebnisse, die dir zeigen können, was dich stärkt, was dir Vertrauen schenkt oder wo längst eine Ressource in dir entstanden ist, auf die du heute zurückgreifen kannst.
Manchmal braucht es einen anderen Blick, um genau das zu erkennen.
In meiner 8-Wochen-Begleitung „Die Reise zu dir“ nehmen wir uns Zeit, genauer hinzuschauen: Was trägt dich? Was darfst du loslassen? Wo möchtest du wieder mehr vertrauen? Und was bedeutet Freiheit ganz persönlich für dich?
„Die Reise zu dir“
Eine achtsame 1:1-Begleitung über acht Wochen – persönlich oder telefonisch.
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