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Tilia und die Stimme des Waldes



Liebe Leserin, lieber Leser


Wir leben in einer Welt, die nach mehr ruft. Mehr Leistung. Mehr Tempo. Mehr Erfolg.

Immer schneller. Immer besser. Immer weiter.

Doch müssen wir da wirklich mithalten? Oder dürfen wir innehalten und uns fragen, ob es vielleicht schon reicht?

Reicht es, zu erkennen, dass ich genug bin? Reicht es, dankbar zu sein für das, was ich mir Tag für Tag erschaffe? Reicht es, aus dem Herzen heraus das zu tun, was mich wirklich erfüllt?

Ich lade dich ein, die folgende Geschichte in dir wirken zu lassen. Vielleicht findest du darin eine Antwort, die nicht laut ist, sondern leise und klar.


Tilia und die Stimme des Waldes


Am Rand eines kleinen Dorfes, dort wo der Wald begann und die Luft nach feuchter Erde und reifen Früchten duftete, lebte ein Mädchen namens Tilia.

Ihr Haus war einfach, aus Holz gebaut, mit einem Dach aus Palmblättern. Wenn der Wind durch die Blätter strich, klang es, als würde das Haus leise atmen. Tilia liebte dieses Geräusch. Es fühlte sich an wie Geborgenheit.

Hinter dem Dorf wuchsen hohe, kräftige Bäume. Ihre Stämme waren nicht gerade, ihre Äste wuchsen in alle Richtungen, als hätten sie ihre eigene Vorstellung von Schönheit. Für Tilia waren sie keine Pflanzen. Sie waren Freundinnen und Freunde.


Jeden Morgen lief sie barfuss zu ihnen. Sie lehnte sich an ihre warmen Stämme, spürte ihre Rinde unter den Fingern und erzählte ihnen von ihren Gedanken. Bei den Bäumen musste sie nichts darstellen. Sie musste nicht klüger, schneller oder besser sein. Sie durfte einfach sein.

Und das genügte.


Eines Tages kamen fremde Menschen ins Dorf. Sie trugen feste Schuhe, sprachen von Zahlen, Erträgen und Plänen. Sie betrachteten die Bäume nicht wie lebendige Wesen, sondern wie Ware.

„Man könnte hier viel mehr herausholen“, sagte einer von ihnen. „Schneller wachsen, besser sortieren, mehr verkaufen.“

Tilia hörte zu. Und zum ersten Mal spürte sie ein leises Ziehen in ihrer Brust.

Mehr. Besser. Schneller.


Am Abend fragte sie ihre Grossmutter: „Grossmutter, sind unsere Bäume nicht gut genug, so wie sie sind?“ Die Grossmutter sah sie lange an, mit diesen ruhigen Augen, in denen sich der Himmel zu spiegeln schien.

„Die Bäume wachsen, wie sie wachsen“, sagte sie sanft. „Sie vergleichen sich nicht. Sie beeilen sich nicht. Und doch tragen sie Früchte.“

Tilia schwieg. Nach einer Weile fragte sie leise: „Und was ist mit uns? Müssen wir mehr sein, damit wir genug sind?“ Die Grossmutter lächelte.

„Kind“, sagte sie, „nur Menschen vergessen, dass sie Teil der Natur sind. Der Wald fragt nicht, ob er genug ist. Der Fluss fragt nicht, ob er richtig fliesst. Eine Blume schämt sich nicht, wenn sie kleiner ist als die andere. Sie blüht einfach.“


Sie legte ihre Hand auf Tilias Herz. „Du bist nicht hier, um mehr zu werden. Du bist hier, um zu erkennen, dass du schon ganz bist.“ In dieser Nacht lag Tilia lange wach. Sie dachte an die Worte der Fremden. Sie dachte an die Worte ihrer Grossmutter. Am nächsten Morgen ging sie wieder zu den Bäumen. Sie betrachtete ihre krummen Stämme, ihre ungleichen Äste, ihre unterschiedlich grossen Früchte. Keiner war wie der andere. Und doch war jeder vollkommen Baum.


Da verstand sie.

Die Unruhe in ihr war nicht ihre eigene gewesen. Sie war hineingekommen mit den Stimmen von aussen. Zwischen den Bäumen spürte sie wieder, was sie fast vergessen hätte: Sie war gut genug. Nicht, wenn sie mehr leistete. Nicht, wenn sie schneller wurde. Nicht, wenn andere es bestätigten.

Sondern jetzt. So wie sie war. Von diesem Tag an hörte sie die Stimmen von aussen. Doch sie glaubte ihnen nicht mehr alles. Sie hörte stattdessen die leisere Stimme in sich. Und die sagte:

Ich bin gut genug.



Reflexion

Vielleicht kennst du diese Stimmen von aussen auch. Schneller. Besser. Mehr. Angepasster.

Ich kenne sie ebenfalls. Und ich weiss, wie leise die eigene innere Stimme werden kann, wenn man ihr keine Beachtung schenkt. Und doch ist sie da. Ruhig. Klar. Beständig.

Ich bin gut genug.


Nicht, weil alles perfekt ist. Nicht, weil wir alles im Griff haben. Sondern weil unser Wert nicht verhandelbar ist. Unsere Prägungen, Erfahrungen und Zweifel gehören zu uns. Doch sie definieren nicht unseren inneren Kern. Wenn wir beginnen, wieder nach innen zu lauschen, entdecken wir, dass unsere eigene Stimme Orientierung schenkt. Sie führt uns nicht in Konkurrenz, sondern zurück zu uns selbst. Wir dürfen wieder lernen, dieser inneren Stimme zu vertrauen.


‹Ich bin gut genug› bedeutet nicht Stillstand. Es bedeutet Vertrauen. Vertrauen in das eigene Tempo. Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Vertrauen in den eigenen Weg.

Es braucht Mut, sich nicht von äusseren Massstäben bestimmen zu lassen. Es braucht Mut, wirklich du selbst zu sein. Und genau dort entsteht Weite. Raum. Freiheit.


Einladung

Wenn dich diese Geschichte berührt, dann vielleicht deshalb, weil ein Teil von dir sich danach sehnt, wieder mehr auf deine innere Stimme zu hören und ihr zu vertrauen.

In meinem Coaching öffne ich einen geschützten Raum, in dem du dich sortieren darfst. Einen Raum ohne Bewertung. Einen Raum, in dem du lernst, äussere Erwartungen von deiner eigenen Wahrheit zu unterscheiden und in dem du Schritt für Schritt Vertrauen in dich selbst stärkst.

Wenn du spürst, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um dich bewusster auf deinen Weg auszurichten, lade ich dich herzlich zu einem unverbindlichen Erstgespräch ein.

Ganz ruhig. Ganz offen.

Und in deinem Tempo.


Melde dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch, und gemeinsam schauen wir, wie sich dein Weg entwickeln kann.

📞 Telefon: 079 542 29 52📧 E-Mail: ursula@heldstab-coaching.ch🌐 www.heldstab-coaching.ch


Ich freue mich auf dich. 🌸



Bildquellen: Bild 1, Bild 2




 
 
 

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